Sichere, individuelle Passwörter sind ein zentraler Bestandteil moderner IT-Sicherheit. In der Praxis scheitert das jedoch oft nicht am fehlenden Wissen, sondern an der Menge der Zugänge. Wer für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort nutzen soll, stößt ohne sauberes System schnell an Grenzen.
Genau hier kommen Passwort-Manager ins Spiel. Sie helfen dabei, Passwörter sicher zu speichern, starke Kennwörter zu erzeugen und die Verwaltung im Unternehmensalltag deutlich einfacher zu machen.
Passwörter und deren Verwaltung sind in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aber auch Konzernen noch immer ein Schwachpunkt und bieten Angriffsfläche für Cyberangriffe.
Die Gründe dafür:
Ein Passwort-Manager behebt genau diese Probleme.
Ein Passwort-Manager speichert Zugangsdaten zentral. Er hilft dabei, für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort zu nutzen. Durch Verschlüsselung werden im Passwort-Manager die Passwörter verwaltet und mittels Einsatz eines komplexen Masterpasswort geschützt. Das impliziert eine strukturierte Verwaltung von Zugängen im Team.
So funktioniert das konkret:
Passwort-Manager speichern Zugangsdaten je nach Lösung entweder lokal auf dem Endgerät oder verschlüsselt in der Infrastruktur des Anbieters, häufig zur Synchronisierung über mehrere Systeme hinweg in einer Cloud-Umgebung.
Bei einer eigenständigen Passwort-Manager-Software werden gespeicherte Zugangsdaten bei Bedarf automatisch bereitgestellt. Für den Zugriff ist in der Regel ein zentral hinterlegtes Masterpasswort erforderlich, das als übergeordnete Schutzinstanz für alle gespeicherten Kontodaten dient.
Dieses Masterpasswort schafft eine grundlegende Absicherung, ersetzt jedoch keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wie regelmäßige Updates sowie geschützte Zugriffe auf das Endgerät (durch PIN, Passwort oder biometrische Anmeldung).
Viele Webbrowser verfügen bereits über integrierte Passwort-Manager, die sich schnell und ohne großen Konfigurationsaufwand nutzen lassen. Sie füllen Anmeldedaten automatisch aus, sobald eine Website eine Authentifizierung erfordert.
In Saxhen Sicherheit ist hier zu beachten, dass Browser komplexe Anwendungen mit breiter Angriffsfläche sind. Daher besteht ein erhöhtes Risiko, dass gespeicherte Zugangsdaten durch Schadsoftware ausgelesen und missbraucht werden können. Zudem weiß man i.d.R. nicht, wie der Hersteller mit Daten umgeht und wo diese genau liegen.
Zusätzliche Funktionen
Einige Passwort-Manager besitzen weitere Funktionen für mehr Sicherheit wie z.B. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) oder einen Leak-Checker. Dieser überprüft, ob Daten in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind.
Die Vorteile beim Einsatz eines Passwort-Managers liegen klar auf der Hand:
Kein Passwort-Recycling über mehrere Plattformen hinweg. Das bedeutet – mehr Sicherheit für alle und eine hilfreiche, konsequente Organisation.
Lange, zufällige Kennwörter muss man sich nicht mehr manuell merken. Somit wird der interne Supportaufwand geringer und das Team kann sich auf seine wesentlichen Aufgaben konzentrieren.
Zugangsdaten werden verschlüsselt gespeichert und liegen nicht offen in Browser-Notizen, Excel-Dateien oder Chats. Dies bietet mehr Kontrolle und Sicherheit.
Nutzer müssen Passwörter seltener kopieren, notieren oder improvisieren. So entstehen weniger menschliche Fehler und Zugänge werden strukturiert dokumentiert und verwaltet.
Der Einsatz von Passwort-Manager Software birgt auch Risiken, die wir Ihnen anbei aufzeigen wollen:
Wird das Masterpasswort vergessen, ist der Zugriff auf alle gespeicherten Daten im schlimmsten Fall verloren.
Die Wiederherstellung einzelner Konten kann beim Verlust des Masterpassworts zeitlich sehr aufwendig sein.
Bei einem erfolgreichen Angriff auf den Passwort-Manager können mehrere Zugangsdaten gleichzeitig kompromittiert werden.
Bei cloudbasierten Lösungen sollten Datenschutz, Serverstandort und rechtliche Rahmenbedingungen des externen Anbieters sorgfältig geprüft werden.
Auch wenn ein Passwort-Manager theoretisch Ziel eines Hackerangriffs werden kann, ist das Risiko in der Praxis vergleichsweise gering – insbesondere dann, wenn einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden.
Bewerten Sie anhand folgender Punkte, welche Art von Passwort-Manager bei Ihnen im Unternehmen sinnvoll wäre:
1. Für welche Konten wird ein Passwort-Manager benötigt? (E-Mail, Social Media, Webtools, etc.)
2. Browser-basierter oder eigenständiger Passwort-Manager? Das Programm sollte zu Ihren (Online-)Gewohnheiten passen, aber beachten Sie, dass Sicherheit das höchste Gebot ist.
3. Cloud oder Festplatte: Wo werden Ihre Daten gesichert? Machen Sie dafür regelmäßig Backups?
4. Sensible Daten: Benötigen Sie 2FA?
5. Komplexe Kombinationen: Haben Sie ein sicheres Masterpasswort?
Cyberkriminelle arbeiten heute mit automatisierten Tools, die Passwörter in großer Zahl testen. Sie probieren Zeichenkombinationen durch, nutzen Wörterlisten mit häufigen Begriffen und prüfen bekannte Muster wie Wörter mit angehängten Zahlen. Außerdem werden Zugangsdaten, die bereits im Internet veröffentlicht wurden, gezielt bei anderen Diensten eingesetzt. Um das Risiko solcher Angriffe zu senken, sollte ein Passwort ausreichend stark sein (z.B. eine Mindestlänge von 12 Zeichen haben) und nur für ein einziges Konto verwendet werden.
123456 oder asdfgh vermeiden.Passwort-Manager bieten zentral verwalteten Schutz, müssen aber auch wichtige Voraussetzungen erfüllen und sauber implementiert sein. Denn auch Passwort-Manager können Ziel von Cyberangriffen werden.
Kriterien für einen zuverlässigen Passwort-Manager:
Generell erhöht eine 2FA die Sicherheit Ihrer Online-Konten deutlich. Ein Passwort-Manager ersetzt keine 2FA sondern stellt einen zusätzlichen Schutzbaustein dar - denn doppelt hält besser.
Ja, in der Regel kann man sagen, dass sich der Einsatz eines Passwort-Managers lohnt. Denn man ist damit auf der sichereren Seite und umgeht, gängige und leicht knackbare Passwörter wiederholt zu benutzen. Die konkrete Entscheidung darüber, welche Passwort Manager-Software eingesetzt wird, erfordert ein individuelles Abwägen der jeweiligen Nutzung und die Einschätzung der Risiken.
Ein Passwort-Manager ist ein zusätzlicher Schutzbaustein für die Verwaltung von Passwörtern aber nicht die komplette Lösung. Er ersetzt beispielsweise keine Multi-Faktor-Authentifizierung und keine Awareness-Schulung.
Durch die Nutzung eines lokalen Netzwerks (Active Directory) und/oder einer VPN-Verbindung zu diesem Netzwerk kann für zusätzliche Sicherheit gesorgt werden.
Passwort-Manager bieten eine Möglichkeit zur Erstellung starker Passwörter sowie deren Verwaltung und tragen damit zur Steigerung der IT-Sicherheit bei. Sie sind Schutzbausteine für die IT, können aber durch zusätzliche Schutzmaßnahmen (2FA, Backups, Awareness-Schulungen, etc.) ergänzt werden, um höchstmöglichen Schutz vor Cyberangriffen zu bieten.
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